Die Interessengemeinschaft der Lahrer
Turn- und Sportvereine (kurz IG Sport Lahr) ist im Jahr 1958
gegründet worden. Sie ist aus dem bei der Stadt Lahr bestehenden
Ortsausschuss für Leibesübungen hervorgegangen. Dessen
letzter Vorsitzender, H. W. Schröder, damals auch Leiter
der Leichtathletikabteilung des Lahrer Fußballvereins,
war auch der erste Vorsitzende der IG Sport. Sie begann mit
20 Lahrer Mitgliedsvereinen. Die IG Sport ist kein eingetragener
Verein, sondern eine Interessengemeinschaft der Lahrer Sportvereine,
gab sich aber eine Satzung, die damals vom nun entbehrlich gewordenen
Ortsausschuss für Leibesübungen vorbereitet und bei
der ersten Hauptversammlung am 14.5.1958 in der 'Sonne-Post'
von den Lahrer Sportvereinen beschlossen worden ist.
Die Aufgaben waren seinerzeit genau präzisiert. Im Vordergrund
stand die Koordinierung und Belebung des Lahrer Sportlebens.
Veranstaltungsüberschneidungen sollten nach Möglichlichkeit
verhindert werden. Die Unterstützung der Vereine bei Verhandlungen
mit der Stadt und den Sportbehörden sowie die Herstellung
und Förderung des sportkameradschaftlichen Kontaktes unter
den Vereinen gehörten zum Aufgabenbereich und wie es damals
hieß, die Förderung des sportkameradschaftlichen
Geistes und Erziehung.
Gleich im ersten Jahr ging die IG Sport eine große Sache
an: Vom 6. bis 14. September 1958 wurde die erste Lahrer Sportwoche
ausgetragen. Eine rundum gelungene, ausschließlich sportliche
Veranstaltungswoche mit Festbankett und Festzug der Sportvereine
durch die Lahrer Straßen. Mit dem Leichtathletik-Länderkampf
Baden-Rheinhessen, auf der ein Jahr zuvor eingeweihten Sportanlage
Klostermatte, wurde die erste Lahrer Sportwoche abgeschlossen.
Leider konnte H. W. Schröder kein ganzes Jahr Vorsitzender
der IG Sport sein. Durch seinen Wegzug von Lahr war die Position
des Vorsitzenden über viele Monate vakant. Endlich konnte
dann mit Eugen Landerer vom Turnverein Lahr eine bekannte Lahrer
Persönlichkeit gewonnen werden, die von den Sportvereinen
am 3.8.1959 mit viel Applaus einstimmig zum neuen Vorsitzenden
gewählt wurde. In den folgenden Jahren war die IG Sport
an der Planung von wesentlichen Bauprojekten für sportliche
Belange beteiligt - hier sei insbesondere die Schaffung des
Hallenbades und der ersten Sporthalle des heutigen Hallensportzentrums
erwähnt.
Im Jahr 1968 gaben Stadtrat Eugen Landerer und fast die gesamte
Vorstandschaft die Geschicke der IG Sport in jüngere Hände.
Es kam die lange Zeit der Vorstandschaft von Gerhard Schwerer,
einem früheren Leichtathleten des Lahrer Fußballvereins,
zuletzt auch Leiter dieser Abteilung des LFV. Während seiner
langjährigen Amtszeit stieg die Mitgliederzahl, bedingt
natürlich im Wesentlichen durch die Eingliederung der sieben
Stadtteile, auf nahezu 60 Sportvereine.
Die IG Sport hat unter Gerhard Schwerer den Ortenauer Städtepokal
der Städte Achern, Kehl, Lahr, Oberkirch und Offenburg
ins Leben gerufen. Mehrmals in den 70-er Jahren und anfangs
der 80-er Jahre fanden diese Vergleichskämpfe in den verschiedensten
Sportarten rundum in den einzelnen Städten statt. Mit ein
großer Verdienst von Gerhard Schwerer, in Zusammenarbeit
mit der Stadtverwaltung, waren mehrere sportliche Begegnungen
und gesellschaftliche Treffen mit der Partnerstadt Dole. Ein
Sportnachmittag mit einem Weltrekordversuch im 1000m-Lauf wurde
im Jahr 1968 von der IG Sport auf der Klostermatte organisiert,
und im Jahr 1972 fand im Rahmen einer sportlichen Begegnung
mit den Sportkameraden aus Dole auch die Olympiaausscheidung
der deutschen Hammerwerfer auf der Klostermatte statt.
Im Jahr 1992 übergab Gerhard Schwerer nach 24-jähriger
Amtszeit den Vorsitz der IG Sport an den Gewerbschullehrer Willi
Ernst, Mitglied beim TV Lahr und TuS Reichenbach. Das Fehlen
von Bewirtungsmöglichkeiten im Hallensportzentrum und eine
Änderung der Bezuschussung der Stadt Lahr zu Gunsten der
jugendlichen Sportler waren ein besonderes Anliegen von Willi
Ernst und wurden zum zentralen Thema der IG Sport in den folgenden
Jahren.
Nach achtjähriger Amtszeit von Willi Ernst ging die Funktion
des Vorsitzenden im Jahr 2000 auf den bisherigen Stellvertreter
und Stadtrat Gerhard Straubmüller von der Handballabteilung
des TV Sulz über. Der neue Vorsitzende setzte die Bestrebungen
um eine Bewirtungsmöglichkeit für das Hallensportzentrum
auch mit eigenen Ideen und Vorschlägen fort. Dieser langjährige
Wunsch vieler Lahrer Sportvereine wird nun endlich in Erfüllung
gehen. Das anhaltende Drängen der IG Sport und seinem Vorsitzenden
Gerhard Straubmüller hat nun zum Erfolg geführt. Der
Gemeinderat hat die erforderlichen Mittel jetzt bereitgestellt
und mit den entsprechenden An- und Umbauten wird noch im Jahr
2008 begonnen.
Die Interessengemeinschaft der Lahrer Turn- und Sportvereine
hat sich in den vergangenen Jahrzehnten als wertvolles Bindeglied
zwischen der Stadtverwaltung Lahr und den Sportvereinen etabliert
- ist Anwalt der Sportvereine und aus dem Lahrer Sportgeschehen
nicht mehr wegzudenken. Die IG Sport ist für die Sportvereine
beratend, beteiligt sich bei der Verteilung der Sportförderungsmittel
der Stadt Lahr und ist zuständig für die Gewährung
der Fahrtkostenzuschüsse für die Teilnahme an süddeutschen
und deutschen Meisterschaften. In allen sportlichen Belangen
und bei allen größeren sportlichen Investitionen
ist die IG Sport beteiligt. Sie gewährt Zuschüsse
und Ehrenpreise für größere Sportveranstaltungen
und Vereinsjubiläen, prüft die Anträge der Sportvereine
zur Ehrung ihrer erfolgreichen Sportler und reicht die Vorschläge
mit entsprechender Begründung bei der Stadtverwaltung Lahr
ein. Heute zählt die IG Sport Lahr 59 Mitgliedsvereine.
Text: Dieter Binner, Beisitzer der
IG Sport Lahr
Vorsitzende
der IG Sport Lahr von 1958 bis heute
| 1958 - 1959 |
| |
H. W. Schröder |
| 1959 - 1968 |
| |
Eugen Landerer |
| 1968 - 1992 |
| |
Gerhard Schwerer |
| 1992 - 2000 |
| |
Willi Ernst |
| 2000 - 2010 |
| |
Gerhard Straubmüller |
| 2010 - heute |
| |
Regina Ducksch |
|
|